Die Hertener Löwen haben das zweite Spiel der Viertelfinalserie gegen den favorisierten SSV Lokomotive Bernau mit 69:87 (19:16 • 15:27 • 12:26 • 23:18) verloren und scheiden damit aus den Playoffs aus. Vor stimmungsvoller Kulisse in einer gut besetzten Rosa-Parks-Halle hielt das Team von Cheftrainer Robin Singh leidenschaftlich dagegen, musste sich im Laufe des Spiels jedoch der Klasse und Tiefe des Gegners geschlagen geben.
Im Vergleich zum ersten Spiel konnten die Löwen nahezu komplett antreten, einzig Faton Jetullahi war beruflich verhindert.
Die Gäste aus Bernau erwischten zunächst den etwas besseren Start und setzten die Löwen früh unter Druck. Herten wirkte in den Anfangsminuten noch etwas nervös, fand aber schnell in die Partie. Beide Mannschaften verteidigten mit hoher Intensität, einfache Punkte wurden auf beiden Seiten kaum zugelassen. Nach fünf Minuten gingen die Gastgeber beim 13:12 erstmals in Führung. Die Partie bewegte sich nun vollkommen auf Augenhöhe. Mit einer knappen 19:15 Führung ging es in die erste Viertelpause.
Auch im zweiten Abschnitt blieb das Spiel zunächst offen. Beide Teams verteidigten weiterhin stark, kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Die Löwen agierten konzentriert, spielten diszipliniert und erarbeiteten sich Mitte des Viertels sogar eine erste Sechs-Punkte-Führung. In dieser Phase schien das Momentum auf Seiten der Hertener zu liegen. Doch Bernau reagierte beeindruckend. In den letzten fünf Minuten des Viertels fanden die Gäste offensiv ihren Rhythmus und starteten einen starken 15:2-Lauf. Besonders aus der Distanz trafen die Bernauer in dieser Phase hochprozentig, während die Löwen kaum noch zu klaren Abschlüssen kamen. So drehte Bernau die Partie und nahm eine 34:46-Führung mit in die Halbzeitpause.
Der dritte Abschnitt begann aus Hertener Sicht denkbar ungünstig. Bernau knüpfte nahtlos an die starke Phase vor der Pause an und eröffnete das Viertel direkt mit zwei schnellen Dreiern. Die Gäste präsentierten sich indessen als klar spielbestimmende Mannschaft. Mit aggressiver Verteidigung, hohem Druck auf den Ball und strukturierten Angriffen ließen sie den Löwen kaum Raum zur Entfaltung. Herten stemmte sich nach Kräften dagegen, konnte den Lauf der Bernauer jedoch nicht stoppen. Vor dem Schlussviertel lagen die Löwen klar mit 46:69 zurück.
Die Partie war zu diesem Zeitpunkt weitgehend entschieden, doch die Löwen gaben sich keineswegs kampflos geschlagen. Mit viel Einsatz und großem Willen hielten die Gastgeber dagegen. Bernau kontrollierte das Spiel dennoch souverän und baute den Vorsprung zwischenzeitlich weiter aus. In der Schlussphase zeigte Herten noch einmal die bekannte Moral dieser Saison. Angetrieben von den Fans verkürzten die Löwen den Rückstand wieder auf unter 20 Punkte. Bernau agierte dabei äußerst fair, stellte in den letzten Sekunden der Partie den Angriff ein und brachte den verdienten 69:87-Erfolg respektvoll über die Zeit.
SSV Lokomotive Bernau zieht verdient ins Halbfinale ein und entschied die Serie, insbesondere mit einer dominanten Phase im zweiten und dritten Viertel. Dort zeigte sich die enorme Qualität und Tiefe im Kader des Favoriten.
Die Löwen hingegen können trotz der Niederlage mit Stolz auf diese außergewöhnliche Saison zurückblicken. Nach dem Aufstieg in die ProB kämpfte sich das Team bis ins Viertelfinale vor und begeisterte Woche für Woche mit Einsatz, Leidenschaft und Zusammenhalt. Spätestens nach der Schlusssirene geriet das Ergebnis fast zur Nebensache. Die Fans feierten ihre Mannschaft minutenlang für eine starke Spielzeit und den großen Erfolg.
Teamkapitän Dario Fiorentino richtete sich nach Spielende mit emotionalen Worten an die Zuschauer und bedankte sich im Namen des Teams für die große Unterstützung. Seine Botschaft: „Wir sehen uns nächstes Jahr in der Halle wieder.“ Worte, die die Fans nur allzu gerne als Versprechen verstehen würden.
Auch hier agierte Bernau mit großer Fairness und pausierte beim Feiern mit den eigenen Fans, um die Ansprache nicht zu stören.
Geburtstagskind Robin Singh zeigte sich nach dem Spiel trotz des Ausscheidens zufrieden mit der Gesamtentwicklung seines Teams: „Glückwunsch an Bernau zum verdienten Weiterkommen. Sie sind zusammen mit Essen das beste Team der Liga, haben eine unglaubliche Tiefe und sind hervorragend gecoacht. Dazu kommen ein großartiges Umfeld und große Gastfreundschaft. Das ist ein Team, das verdient um den Aufstieg mitspielt.“
Auf die Aussage, dass das Team ihm heute leider kein Geburtstagsgeschenk machen konnte, ergänzte Singh, dass sein Team ihm mit dieser grandiosen Saisonleistung bereits ein riesiges Geschenk gemacht hätte. Zur neuen Saison wollte Singh noch keine Personalprognosen abgeben, betonte jedoch die exzellente Arbeit des Vereins im Hintergrund und die Bedeutung des gesamten Umfelds, um überhaupt in der ProB starten zu können
Wer das Spiel nicht live verfolgen konnte, hat wie gewohnt die Möglichkeit, die Partie auf SportEurope.TV noch einmal anzuschauen.
Folgen voraussichtlich in den nächsten Tagen…