Mit einer beeindruckenden und kämpferischen Leistung haben sich die Hertener Löwen im zweiten Playoff-Spiel gegen die Fellbach Flashers durchgesetzt. In einer intensiven Partie bewies das Team von Headcoach Robin Singh große Moral, drehte einen zwischenzeitlichen Rückstand und sicherte sich nach Verlängerung einen umjubelten 83:80-Heimsieg (15:12 • 21:35 • 24:14 • 11:10 • 12:9). Damit ziehen die Löwen verdient ins Viertelfinale ein.
Die Partie begann – ähnlich wie bereits im ersten Aufeinandertreffen – mit einer starken Defensivleistung auf beiden Seiten. Offensiv taten sich die Löwen zunächst schwer, insbesondere aus der Distanz wollte der Ball nur selten den Weg durch die Reuse finden. Dafür suchten die Gastgeber konsequent den Weg zum Korb und hielten die Partie ausgeglichen. Nach fünf Minuten stand es 5:5, beide Teams neutralisierten sich weitgehend. In der Schlussphase des ersten Viertels konnten sich die Löwen dann leicht absetzen, ehe Fellbach noch einmal verkürzte. Mit einer knappen 15:12-Führung ging es in die erste Viertelpause.
Im zweiten Abschnitt kippte das Spiel zunächst deutlich zugunsten der Gäste. Fellbach erwischte den besseren Start, agierte aggressiver und spielte mit hoher Intensität und Physis. Die Löwen hatten in dieser Phase große Probleme, dagegenzuhalten, und gerieten früh ins Hintertreffen (20:33 nach fünfzehn Minuten). Das Momentum lag klar auf Seiten der Flashers, die ihren Vorsprung zwischenzeitlich auf 14 Punkte ausbauen konnten. Doch die Löwen nahmen den Kampf an. Mit mehr Energie und Einsatz arbeiteten sie sich zurück ins Spiel und verkürzten rund anderthalb Minuten vor der Halbzeit auf 36:43. Zwei unnötige Ballverluste kurz vor der Pause verhinderten jedoch eine noch bessere Ausgangslage und so ging Fellbach mit einer 36:47-Führung in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel starteten die Löwen hoch konzentriert ins dritte Viertel und verkürzten innerhalb von zwei Minuten auf 44:47. Zwar verloren sie zwischenzeitlich etwas den Rhythmus, doch nach einer Auszeit fanden sie zurück in die Spur. Mit zunehmender Spieldauer übernahmen die Hertener mehr und mehr die Kontrolle, verteidigten aggressiv und trafen im Angriff bessere Entscheidungen. Punkt für Punkt kämpften sie sich heran und verkürzten kurz vor Ende des Viertels auf 60:61 – das Spiel war wieder völlig offen.
Auch im Schlussviertel blieb die Partie von intensiver Defensive geprägt. Fellbach startete zunächst besser und setzte sich erneut leicht ab (60:65 nach drei Minuten). Doch die Löwen ließen sich nicht abschütteln. Angetrieben von den eigenen Fans kämpften sie sich zurück und gingen sieben Minuten vor dem Ende erstmals wieder in Führung – ein wichtiger Dreier von Müslim Özmeral zum 67:65 markierte die Wende. In der Schlussphase entwickelte sich ein echter Krimi. 45 Sekunden vor Schluss lagen die Löwen mit 70:69 in Führung, verpassten es jedoch, den Sack zuzumachen. Drei vergebene Freiwürfe eröffneten Fellbach die Chance zum Ausgleich. Tatsächlich ging es beim Stand von 71:71 in die Verlängerung.
In der Overtime erwischten erneut die Gäste den besseren Start, doch die Löwen bewiesen einmal mehr ihre Moral. Sie kämpften sich zurück und gingen zur Mitte der Verlängerung mit 78:75 in Führung. Fellbach blieb hartnäckig, doch die Hertener verteidigten ihre Führung mit großem Einsatz. 11 Sekunden vor dem Ende übernahm Bryant Allen Verantwortung und verwandelte beim Stand von 81:80 zwei wichtige Freiwürfe zur Entscheidung. Der letzte Angriff der Gäste blieb erfolglos und unter dem Jubel der Fans sicherten sich die Löwen den hart erkämpften 83:80-Erfolg.
Die Löwen sichern sich in einem intensiven und hochklassigen Playoff-Spiel einen verdienten Sieg, auch wenn sie sich das Leben zwischenzeitlich selbst schwer machten. Das zweite Viertel mit 35 zugelassenen Punkten brachte das Team in eine schwierige Lage. Umso bemerkenswerter war die Reaktion in der zweiten Halbzeit. Mit viel Einsatz, verbesserter Defensive und wachsender Kontrolle im Angriff kämpften sich die Hertener zurück ins Spiel. Auch wenn sie die Entscheidung in der regulären Spielzeit an der Freiwurflinie verpassten, zeigten sie in der Verlängerung ihre ganze Mentalität.
Trainer Robin Singh zeigte sich nach der Partie zufrieden mit der Leistung seines Teams: „Wir wussten, dass es ein intensives Spiel wird. Es war ein Spiel der Runs. Immer wenn wir dachten, wir haben das Momentum, kam Fellbach zurück. Ein großes Kompliment an den Gegner, sie waren hervorragend eingestellt und haben nie aufgegeben. Aber auch an meine Mannschaft ein großes Kompliment. Nach so einem zweiten Viertel zurückzukommen und das Spiel noch zu drehen, spricht für die Mentalität und den Charakter der Jungs. In der Verlängerung haben wir das dann sehr gut gemacht – heute war es ein Sieg des Willens.“
Wer das Spiel nicht live verfolgen konnte, hat wie gewohnt die Möglichkeit, die Partie auf SportEurope.TV anzuschauen.
Im Viertelfinale treffen die Hertener Löwen nun auf LOK Bernau, das sich souverän gegen die Dresden Titans durchsetzen konnte. Das erste Spiel findet am Donnerstag, 23.04.2026, in Bernau statt, ehe die Löwen am Sonntag, 26.04.2026, zum Heimspiel antreten. Weitere Informationen zum Ticketverkauf folgen in Kürze.
Ein solch grandioses Spiel verdient eine extragroße Fotoauswahl – daher gibt es hier ganze 88 Stück!
Fotografen: Daniel Wewer, Karl-Heinz Beschmann, Klaus Preußer, Stefan Jurgeleit – Löwen-Media-Team