Die Hertener Löwen haben ihr Heimspiel gegen die EN Baskets Schwelm am Samstagabend mit 62:68 (16:17 • 15:23 • 12:15 • 19:13) verloren. In einer intensiven, physischen und bis in die Schlussphase spannenden Partie kämpfte sich das Löwenrudel nach zwischenzeitlich deutlichem Rückstand noch einmal eindrucksvoll zurück, musste sich am Ende jedoch knapp geschlagen geben.
Trotz der Niederlage schließen die Löwen die Saison auf Tabellenplatz sechs ab und treffen in der ersten Playoff-Runde auf die SV Fellbach Flashers aus der Nähe von Stuttgart.
Beide Teams starteten hoch konzentriert in die Partie. Von Beginn an entwickelte sich ein intensives, aber faires Spiel mit starker Defense auf beiden Seiten. Nach vier Minuten stand es 6:6, kein Team konnte sich zunächst entscheidend absetzen. Die Löwen erspielten sich nach rund acht Minuten erstmals eine kleine Führung (13:9), doch Schwelm blieb dran. Mit einem Buzzer-Beater von Patterson drehten die Gäste die Partie kurz vor Ende des ersten Viertels wieder und gingen mit einer knappen 16:17-Führung in die erste Pause.
Auch im zweiten Abschnitt blieb Schwelm das aggressivere Team. Die Löwen hatten zunehmend Probleme im Offensivspiel und fanden nur schwer zu ihrem Rhythmus. Ein 13:4-Lauf der Gäste innerhalb der ersten fünf Minuten sorgte für einen ersten deutlicheren Rückstand (20:30). Herten leistete sich in dieser Phase zu viele kleine Unkonzentriertheiten und einfache Fehler, während Schwelm seine Chancen konsequent nutzte und mit guten Wurfquoten überzeugte. Zwar verhinderten die Löwen Schlimmeres, dennoch ging es mit einem 31:40-Rückstand in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel kamen die Gastgeber deutlich wacher aus der Kabine, verpassten es jedoch, den Rückstand entscheidend zu verkürzen. Mehrere Ballverluste in Folge verhinderten eine mögliche Aufholjagd. Stattdessen nutzte Schwelm die Fehler eiskalt aus und baute die Führung zwischenzeitlich auf 15 Punkte aus (36:51). Vor allem Patterson übernahm in dieser Phase Verantwortung und war offensiv kaum zu stoppen. Die Löwen hielten defensiv dagegen und kämpften sich bis zum Ende des dritten Viertels immerhin wieder auf 43:55 heran.
Im Schlussabschnitt zeigte das Löwenrudel dann noch einmal großen Kampfgeist. Mit zunehmender Intensität arbeiteten sich die Hertener Punkt für Punkt zurück ins Spiel. Nach fünf Minuten war man wieder in Schlagdistanz (51:57), wenig später stand es nur noch 56:59. Die Gäste wirkten nun zunehmend nervös, während Herten weiter aggressiv verteidigte und sich rund 100 Sekunden vor Schluss auf 60:62 herankämpfte.
Dann folgte die spielentscheidende Szene. In einer unübersichtlichen Situation entschieden die Schiedsrichter auf ein technisches Foul (Flopping) gegen Bryant Allen und nicht auf ein mögliches Foul zugunsten der Löwen – eine 50:50-Entscheidung, die auch anders hätte ausfallen können. Schwelm nutzte die Situation und erhöhte in diesem Angriff auf 60:66 wodurch der Hertener Lauf jäh gestoppt wurde. Am Ende stand eine knappe aber letztendlich verdiente 62:68-Niederlage.
Die Hertener Löwen verlieren ein intensives und knappes Spiel, in dem vor allem die schwächere erste Halbzeit den Ausschlag gab. Trotz einer starken kämpferischen Leistung im Schlussviertel reichte es am Ende nicht mehr, das Spiel zu drehen. Schwelm sichert sich den Sieg aufgrund der besseren ersten Halbzeit verdient – auch wenn der Spielverlauf am Ende eine Portion Dramatik und ein wenig Pech für die Löwen bereithielt. Dennoch kann das Team erhobenen Hauptes aus dieser Partie gehen und auf eine starke Hauptrunde zurückblicken.
Trainer Robin Singh ordnete die Partie nach dem Spiel ein: „Glückwunsch an Schwelm zum fünften Platz und dem verdienten Sieg. Man hat gesehen, dass meine Jungs aktuell ein bisschen auf dem Zahnfleisch gehen – das hat sich schon in Rostock angedeutet und jetzt auch in der ersten Halbzeit gezeigt. Uns hat die Frische gefehlt und wir haben in einigen Situationen schlechte Entscheidungen getroffen.
Durch unser grandioses Publikum haben wir nach der Pause dann noch einmal zusätzliche Energie bekommen und konnten das Spiel am Ende wieder spannend machen. Dafür ein großes Kompliment an meine Mannschaft. Aber nicht nur ein Kompliment für die zweite Halbzeit, sondern für die gesamte überragende Saison – das Team hat über weite Strecken einen hervorragenden Job erledigt.
Die zweiwöchige Pause wird uns jetzt guttun. Wir werden die Zeit für die Regeneration und Vorbereitung nutzen, bevor wir in den Playoffs noch einmal angreifen wollen.“
Für die Hertener Löwen geht es nun in die Endrunde – die Playoffs starten am 11. und 12. April. Die Löwen treffen in der ersten Runde auf den drittplatzierten der Südstaffel, die SV Fellbach Flashers. Die Playoffs werden im Modus „Best of three“ ausgetragen, d. h. wer zwei Spiele gewinnt, kommt eine Runde weiter. Aufgrund der besseren Hauptrundenplatzierung besitzt Fellbach im ersten Spiel das Heimrecht, das Spiel ist aktuell für Samstag, 11. April 2026, um 18:00 Uhr angesetzt.
Wie auf der Pressekonferenz versprochen, haben die Löwen die Möglichkeit eines Fanbusses nach Fellbach geprüft. Aufgrund der aktuellen Spritpreise hat sich das jedoch als nicht realistisch dargestellt. Wir hätten mindestens 45 Löwenfans finden müssen, die jeweils etwa 70,– € nur für die Fahrt – ohne Eintritt in Fellbach – hätten zahlen müssen. Da es ziemlich unrealistisch ist, bei dem Preis genug Fans für die Fahrt zu gewinnen, haben die Löwen vom Reservieren eines Busses abgesehen.
Das Heimspiel der Löwen wird am Freitag, 17. April 2026 in der Rosa-Parks-Halle stattfinden, das Entscheidungsspiel in Fellbach – wenn nötig – am Sonntag, 19. April 2026, um 16:00 Uhr. Der Vorverkauf für das Spiel ist bereits gestartet, aber mit einer Einschränkung: Bis einschließlich Sonntag, 05. April 2026, sind die Plätze in den Blöcken A und C, ausgenommen die Stehplätze oben in Block C, für die Dauerkarteninhaber reserviert.
Wer das Spiel nicht live verfolgen konnte, hat wie gewohnt die Möglichkeit, die Partie auf SportEurope.TV noch einmal anzuschauen.
Unsere Fotografen Karl-Heinz Beschmann und Klaus Preußer (Löwen-Media-Team) waren wieder fleißig: