Die Hertener Löwen haben am Samstagabend einen wichtigen Auswärtssieg eingefahren und sich damit vorzeitig für die Playoffs qualifiziert. In einer intensiven und bis in die Schlusssekunden spannenden Partie setzte sich das Team von Trainer Robin Singh in der Arena Rostock mit 63:65 (14:11 • 21:18 • 13:20 • 15:16) gegen die Rostock Seawolves Academy durch.
Nach einer schwierigen ersten Halbzeit steigerten sich die Löwen deutlich, drehten das Spiel nach dem Seitenwechsel und bewiesen in der entscheidenden Phase starke Nerven. Durch diesen Erfolg hat sich das Löwenrudel nicht nur den Einzug in die Playoffs gesichert – am letzten Spieltag kommt es nun im direkten Duell mit Schwelm zum Kampf um Tabellenplatz fünf.
Die Löwen mussten auf Cheftrainer Robin Singh verzichten, der von der Liga für ein Spiel gesperrt wurde. An seiner Stelle übernahm Co-Trainer Besart Kelmendi das Coaching.
Zudem reisten die Hertener ohne Müslim Özmeral, dafür aber mit David Ewald, nach Rostock und erwischten zunächst einen ordentlichen Start. Gleich der erste Dreier von David Ewald fand sein Ziel und sorgte früh für ein kleines Ausrufezeichen. Danach entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Nach drei Minuten stand es 5:5, auch danach blieb das Spiel eng. Acht Minuten waren gespielt, als Rostock knapp mit 10:9 führte. Während die Löwen defensiv solide standen, verhinderten vor allem schwache Wurfquoten eine bessere Ausbeute. Gerade einmal ein Treffer aus sechs Zweipunktwürfen (17 %) und ein Dreier bei sieben Versuchen (14 %) verdeutlichten die offensive Ladehemmung der Gäste. Immerhin hielten Freiwürfe die Hertener im Spiel, sodass es nach dem ersten Viertel nur 14:11 für die Gastgeber stand.
Im zweiten Abschnitt erwischten die Rostocker den besseren Start und bauten ihre Führung zunächst auf fünf Punkte aus. Die Löwen reagierten jedoch schnell und kämpften sich zurück ins Spiel. Es entwickelte sich erneut eine enge Begegnung. In der Schlussphase der ersten Halbzeit übernahmen jedoch Jalen Page und Jonas Zilinskas auf Seiten der Gastgeber zunehmend Verantwortung und setzten offensive Akzente. Die Löwen dagegen haderten weiterhin mit ihren Wurfquoten und leisteten sich zudem acht Ballverluste. Zur Halbzeitpause lag Herten deshalb mit 35:29 zurück, war aber trotz der durchwachsenen Leistung weiterhin in Schlagdistanz.
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Gäste wie verwandelt. Mit deutlich mehr Energie, Physis und Konzentration kamen die Löwen aus der Kabine und verkürzten bereits nach eineinhalb Minuten auf 35:34. Offensiv lief der Ball nun deutlich besser, die Würfe fanden häufiger ihr Ziel und auch die Defensive griff konsequenter zu. Rostock bekam kaum noch einfache Punkte, während Herten das Momentum immer mehr auf seine Seite zog. Nach fünf Minuten im dritten Viertel hatten die Löwen das Spiel gedreht und führten plötzlich mit 37:42. Die Partie blieb zwar umkämpft, doch Herten kontrollierte jetzt zunehmend das Geschehen. Mit einer knappen 48:49-Führung für das Löwenrudel ging es schließlich in die letzte Viertelpause.
Auch im letzten Abschnitt blieb es ein echtes Nervenspiel. Zunächst konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen, ehe Herten rund fünf Minuten vor dem Ende einen kleinen Lauf startete und sich auf 56:62 absetzte. Doch anstatt den Vorsprung souverän auszubauen, ließen die Löwen mehrere gute Möglichkeiten ungenutzt. Rostock nutzte diese Phase konsequent und drehte die Partie eine Minute vor Schluss wieder auf 63:62. Die Antwort der Hertener folgte jedoch prompt. Im direkten Gegenzug übernahmen die Gäste erneut die Führung – 63:64 für das Löwenrudel und es waren nur noch 27 Sekunden zu spielen.
Im letzten Angriff der Gastgeber bewiesen die Löwen dann ihre Defensivstärke. Besonders Christian Hinckson setzte mit einer herausragenden Verteidigungsaktion gegen Page ein entscheidendes Zeichen, sodass die 24‑Sekunden‑Uhr ablief und Herten 3,5 Sekunden vor Schluss wieder in Ballbesitz kam. Da Rostock in diesem Viertel erst zwei Teamfouls hatte, mussten die Gastgeber mehrfach foulen, um die Uhr zu stoppen und Herten an die Freiwurflinie zu zwingen. Schließlich ging Bryant Allen 0,9 Sekunden vor dem Ende zum Freiwurf. Den ersten Versuch verwandelte er sicher zum 63:65, den zweiten setzte er bewusst an den Ring und die Zeit lief ab.
Damit war der umkämpfte Auswärtssieg perfekt.
Die Hertener Löwen gewinnen dank einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Halbzeitpause verdient mit 63:65. Vor allem die starke Defense und die deutlich bessere Offensive im dritten Viertel brachten das Löwenrudel zurück ins Spiel und legten den Grundstein für den Erfolg.
Mit diesem Sieg sichern sich die Löwen bereits vor dem letzten Spieltag den Einzug in die Playoffs. Am letzten Spieltag wartet nun ein echtes Endspiel. Im direkten Duell mit Schwelm geht es um Tabellenplatz fünf. Der Sieger der Partie (Herten muss im Falle eines Sieges zusätzlich den direkten Vergleich für sich entscheiden – das Hinspiel in Schwelm hat das Löwenrudel 77:71 verloren) wird sich diesen Rang sichern.
Schon jetzt steht jedoch fest, dass diese Saison der Hertener Löwen eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte ist. Als Aufsteiger mit vergleichsweise kleinem Etat und vielen Rückschlägen im Saisonverlauf hätte vor der Spielzeit wohl kaum jemand damit gerechnet, dass das Team bis zum letzten Heimspiel realistische Chancen auf Platz fünf haben würde. Umso beeindruckender ist die Entwicklung des Löwenrudels, das mit Einsatz, Teamgeist und Konstanz eine Saison spielt, die schon jetzt als großer Erfolg in die Vereinsgeschichte eingehen dürfte.
Robin Singh zeigte sich nach der Partie stolz auf sein Team, fand aber auch kritische Worte zur ersten Hälfte:
„In der ersten Halbzeit haben wir defensiv nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Uns hat die Physis gefehlt und offensiv waren unsere Quoten einfach viel zu schlecht.
In der zweiten Halbzeit haben wir dann genau das gezeigt, was uns auszeichnet. Mit mehr Energie, mehr Körperlichkeit und deutlich besseren Entscheidungen im Angriff haben wir das Spiel gedreht. Die ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit waren wirklich stark. Danach haben wir das Spiel fast noch aus der Hand gegeben, weil wir zu früh einen Gang zurückgeschaltet haben. Am Ende retten wir den Sieg aber mit einer überragenden Defensivaktion von Christian Hinckson gegen Jalen Page wenige Sekunden vor Schluss. Insgesamt ist der Sieg durch unsere Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit absolut verdient.“
Wer das Spiel nicht live verfolgen konnte, hat jetzt wieder die Möglichkeit, es auf SportEurope.TV anzuschauen.
Wir können an dieser Stelle schon ein paar Punkte zum Achtelfinale der Playoffs erläutern:
Nach dem Rahmenterminplan der 2. Basketball-Bundesliga wird das Heimspiel der Löwen sehr wahrscheinlich am Freitag, dem 17. April 2026 stattfinden. Die Auswärtsspiele finden am 11. oder 12. April und – falls nötig – am 26. April 2026 statt.
Das Achtelfinale findet dabei wie in der 1. Regionalliga als Best-of-Three-Serie statt, allerdings gemeinsam mit der Südstaffel der ProB, d. h. der Erstplatzierte im Norden tritt gegen den Achtplatzierten im Süden an, der Nordzweite gegen den Südsiebten usw. Hierbei hat jeweils die in der Hauptrunde höher platzierte Mannschaft im ersten und eventuellen dritten Spiel Heimrecht, die niedriger platzierte Mannschaft dementsprechend im zweiten Spiel.
Da die Plätze eins bis vier der Nordstaffel für die Löwen punktemäßig nicht mehr zu erreichen sind, werden sie auf jeden Fall die niedriger platzierte Mannschaft sein und daher das zweite Spiel „zu Hause“ in der Rosa-Parks-Halle austragen – wie schon erwähnt sehr wahrscheinlich am 17. April 2026.
Gegner der Löwen wird der Dritte oder Vierte der ProB Süd sein, je nach Ausgang des letzten Hauptrundenspiels gegen Schwelm. Nach der aktuellen Tabelle kommen somit die SV Fellbach Flashers, die BG Hessing Leitershofen und die Porsche BBA Ludwigsburg als Gegner für die Löwen in Betracht – auch im Süden hängt die genaue Rangverteilung in der Tabelle in diesem Bereich vom Ausgang des letzten Spieltages ab.
Gewinnen die Löwen ihr Achtelfinale, hängt der Gegner im Viertelfinale wiederum von der Tabellenplatzierung ab. Beenden die Löwen die Hauptrunde auf Rang sechs, spielen sie im Viertelfinale gegen den Sieger des Achtelfinales Nordzweiter – Südsiebter. Schaffen die Löwen es aber noch, auf Rang fünf zu klettern, so geht es gegen den Sieger des Achtelfinales Norderster – Südachter. Als Tabellenerster im Norden können die ETB Miners mit vier Punkten Vorsprung auf Rang zwei nicht mehr entthront werden. Wenn die Löwen also Platz fünf erreichen und sowohl sie als auch die Essener ihr Achtelfinale gewinnen, winkt uns ein Revierderby im Viertelfinale.
Das sollte für jeden Löwen-Fan noch ein Stückchen Extra-Motivation sein, am kommenden Samstag, 28. März 2026 um 18:30 Uhr die Halle voll zu machen und das Löwenrudel beim Angriff auf Platz fünf anzufeuern. Tickets gibt es wie immer in unserem Ticket-Shop.