Großer Kampf, starke Nerven und eine lautstarke Halle – so könnte man das Spiel kurz zusammenfassen. Die Hertener Löwen haben ihr Heimspiel am Sonntagabend gegen RASTA Vechta Ⅱ mit 72:65 (26:18 • 13:19 • 17:18 • 16:10) für sich entschieden und einen großen Schritt Richtung Playoffs gemacht. In einer intensiven, physischen und bis in die Schlussminuten spannenden Partie musste das Löwenrudel alles in die Waagschale werfen, um das junge und aufopferungsvoll kämpfende Gästeteam niederzuringen.
Trotz einiger personeller Sorgen gingen die Hertener mit viel Energie in die Partie. Während weiterhin drei Langzeitverletzte fehlten, konnten Tim Elkenhans, David Ewald und Faton Jetullahi rechtzeitig wieder ins Geschehen eingreifen. Aber auch die Gäste aus Vechta mussten auf gleich drei Akteure (Roy Krupnikas, Fynn Lastring & Moritz Grüß) verzichten, was der Intensität des Spiels jedoch keinen Abbruch tat.
Beide Teams kamen gut in die Partie. Nach drei Minuten lagen die Löwen knapp mit 7:6 in Führung – alle Punkte der Gäste erzielte bis dahin Ivan Volf, der früh zwei Dreier verwandeln konnte und damit erstmals ein Ausrufezeichen setzte. Die Antwort der Gastgeber ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Mit wacherer Defensive, höherer Intensität und besserem Zugriff übernahmen die Löwen zunehmend die Kontrolle. Nach fünf Minuten stand es 15:8. Der Vorsprung pendelte sich anschließend bei acht bis neun Punkten ein. Zur ersten Viertelpause führte Herten verdient mit 26:18.
Im zweiten Abschnitt versuchten die Gäste, über eine zunehmend harte Gangart zurück ins Spiel zu finden – mit Erfolg. Die Löwen taten sich offensiv schwer, ließen in dieser Phase viele gute Möglichkeiten liegen und verloren etwas die Konzentration. Das Spiel wurde hektischer, der Spielfluss ging verloren. Nach 15 Minuten hatte Herten zwar noch eine 32:25-Führung inne, versäumte es jedoch, den Vorsprung weiter auszubauen. Vechta nutzte diese Nachlässigkeiten konsequent und verkürzte bis zur Halbzeitpause auf 39:37.
Nach dem Seitenwechsel kamen die Löwen fokussiert aus der Kabine und nahmen den Kampf an. Dennoch gelang es nicht, sich entscheidend abzusetzen. Die Gäste warfen alles in die Partie, kämpften um jeden Ball und gingen nach fünf Minuten im dritten Viertel erstmals in Führung (49:50). Eine Auszeit brachte etwas Ruhe ins Spiel der Gastgeber, doch die Partie blieb eng und wurde zunehmend hitzig. Zwei technische Fouls gegen Herten innerhalb weniger Sekunden sorgten zusätzlich für Zündstoff – die Halle war nun voll da und unterstützte das Löwenrudel lautstark. Mit einer knappen 56:55-Führung für Herten ging es in die letzte Viertelpause.
Im Schlussabschnitt setzte sich die spannende Partie weiter fort. Beide Teams schenkten sich nichts, die Führung wechselte mehrfach. Nach rund drei Minuten gelang es den Löwen, wieder etwas mehr Kontrolle zu übernehmen und sich leicht abzusetzen. Doch Vechta hielt dagegen und kam immer wieder zurück. Beim Stand von 61:58 nach 35 Minuten war weiterhin alles offen. Das Momentum kippte jedoch zunehmend auf die Seite der Gastgeber. Angetrieben von der lautstarken Kulisse und gestützt auf eine jetzt sehr stabile Defensive setzten sich die Löwen in den letzten Minuten entscheidend ab. Acht Minuten waren im letzten Viertel gespielt, als Herten auf 69:61 stellte – die Vorentscheidung. In der Schlussphase spielte das Löwenrudel die Partie routiniert zu Ende und sicherte sich einen hart erkämpften 72:65-Erfolg.
Es war ein Sieg der Moral und des Willens. Gegen ein junges, kämpferisches Team aus Vechta mussten die Löwen über weite Strecken an ihr Limit gehen, um sich durchzusetzen. Besonders im vierten Viertel besann sich Herten wieder auf seine Stärken, verteidigte konsequent und traf in den entscheidenden Momenten die richtigen Entscheidungen. Ein richtungsweisender Erfolg, der im Hinblick auf den Kampf um die Play-Offs von großer Bedeutung sein könnte.
Trainer Robin Singh zeigte sich nach der Partie zufrieden, fand aber auch klare Worte: „Das Ergebnis freut mich natürlich sehr, auch wenn es ein deutlich härterer Kampf war, als wir uns das vielleicht gewünscht hätten. Großes Kompliment an Vechta für diesen Riesenkampf. Die junge Truppe hat sich über die Saison enorm entwickelt – was diese junge Truppe aufs Parkett bringt, ist aller Ehren wert.
Es gab einige Momentumswechsel im Spiel, und ein paar Aktionen haben uns unnötig aus dem Rhythmus gebracht. Das darf so eigentlich nicht passieren. Im vierten Viertel haben wir uns dann wieder auf unsere Stärken besonnen, gut verteidigt und die richtigen Entscheidungen getroffen. Defensiv waren Tim Elkenhans mit herausragender Defense und David Ewald, der Ivan Volf in der 2. Halbzeit aus dem Spiel nahm, unsere Matchwinner. Offensiv haben uns Christian Hinckson und Dario Fiorentino mit starken Quoten im Spiel gehalten.
Die zweiwöchige Pause kommt jetzt genau zum richtigen Zeitpunkt. Die Jungs gehen auf dem Zahnfleisch. Sie sind am Limit und benötigen dringend Zeit für die Regeneration. Umso größer ist mein Respekt für diesen Einsatz und diesen Kampf. Dafür ein Riesenkompliment an die Jungs.“
Wer das Spiel nicht live verfolgen konnte, hat jetzt wieder die Möglichkeit, es auf SportEurope.TV anzuschauen.
Unsere Fotografen Daniel Wewer, Klaus Preußer und Stefan Jurgeleit haben wieder fleißig geknipst, eine kleine Auswahl ihrer Werke findet ihr hier: