Vor dem Spiel war bereits durchgedrungen, dass neben Manuel Bojang, Tarik Jakupovic und Bryant Allen nun auch noch Tim Elkenhans den Krankenstand bei den Löwen weiter erhöhte. Als während des Spiels noch Faton Jetullahi angeschlagen dazukam und David Ewald Anfang des 3. Viertels ausfiel und nicht wieder zurückkehrte, war die Messe eigentlich gelesen – so sollte man zumindest meinen. Dass es anders kam und es am Ende dennoch fast zu einem Sieg gereicht hätte, war der mannschaftlichen Geschlossenheit und dem Kampfgeist der verbliebenen Truppe zu verdanken. Aber schauen wir uns den Spielverlauf im Einzelnen an.
Nach einem lange ausgeglichenen ersten Viertel mit einigen Führungswechseln konnte sich Wedel in der letzten Minute einen kleinen Vorsprung von drei Punkten zum Viertelende erarbeiten (14:11). Bei den beiden defensiv besten Teams der Liga war schon Vorfeld klar, das offensiv ein nicht allzu hoher Punktestand zu erwarten war.
Im 2. Viertel pendelte sich der Wedeler Vorsprung kontinuierlich zwischen vier und acht Punkten ein, wobei die Dreierquote der Löwen deutlich besser wurde. Im Gegenzug wurden jedoch viele einfache Korbleger liegen gelassen. Dass der Rückstand zur Halbzeit dann bei „nur“ vier Punkten lag, war letztlich einem Drei-Punkte-Buzzerbeater von Christian Hinckson zu verdanken (39:35).
Die Verletzung von David zu Beginn des 3. Viertels ließ die Rotation der Löwen noch kleiner werden als ohnehin schon. Faton konnte zwar bis zum Ende spielen, war jedoch das gesamte Spiel über durch Rückenprobleme eingeschränkt und schaffte es so leider nie, seinen offensiven Rhythmus zu finden. Dennoch kämpfte sich das Team zurück und ging im 3. Viertel sogar mit vier Punkten in Führung (27. Minute, 44:48). Die folgende Auszeit nach einem 10:1-Lauf der Löwen brachte Wedel bis zum Ende des Viertels wieder etwas in die Spur, sodass es nach dem 3. Viertel 49:49 unentschieden stand.
Im 4. Viertel schaffte es Wedel immer wieder, sich leicht abzusetzen – auch, weil die Wechselmöglichkeiten nun den einen oder anderen konzentrierten Wurf mehr zuließen als auf Seiten der Löwen. Beim Stand von 65:59, 1:20 Minuten vor dem Ende, schien das Spiel bereits entschieden und der direkte Vergleich zugunsten der Wedeler in greifbarer Nähe. Doch das letzte Aufbäumen der mittlerweile müden Hertener Truppe reduzierte den Rückstand 17 Sekunden vor dem Ende dank eines Korblegers von Gilbert nochmals auf einen Punkt (65:64). Das klassische Ende mit Foul und Freiwürfen führte schließlich zum 67:64-Endstand (14:11 • 25:24 • 10:14 • 18:15) zugunsten des Gastgebers.
„Die Niederlage hatte heute sicherlich zwei Gesichter“, so Trainer Robin Singh. „Zum einen die Ausfälle der offensiven Leistungsträger – wobei man sagen muss, dass das Team es wirklich gut gemacht hat. Zum anderen waren es aber auch die sechs bis sieben einfachen 1-gegen-0-Korbleger, die wir heute liegen gelassen haben.“ Das Freiwurfverhältnis von 15:34 wollte Robin dabei nicht als Ausrede anführen. Ungewöhnlich für die Hertener: Am Ende wurde kein einziger Steal registriert – das ist in dieser Saison so noch nicht vorgekommen.
Wichtig wird in dieser Woche sein, eine gute Belastungssteuerung hinzubekommen. Bei David müssen wir abwarten, bei Faton ebenso. Tarik und Bryant Allen werden weiterhin nicht zur Verfügung stehen, und auch bei Tim sieht es derzeit eher nicht danach aus. Nun heißt es, Wunden zu lecken und sich – hoffentlich mit besseren Nachrichten – positiv zurückzumelden.
Mit Vechta kommt am kommenden Sonntag, 22. Februar 2022, der aktuelle Tabellenletzte nach Herten. Ein definitiv nicht zu unterschätzender Gegner mit einer sehr jungen und talentierten Mannschaft, die nach aktuellem Stand nichts mehr zu verlieren hat.
Anwurf ist um 16:00 Uhr (Sonntagsspiel!) in der Rosa-Parks-Schule. Karten sind im Vorverkauf unter tickets.hertener-loewen.de erhältlich.
Seid dabei und unterstützt das Team in der aktuell herausfordernden Situation!