Die Hertener Löwen haben ihr Auswärtsspiel bei LOK Bernau trotz einer engagierten und kämpferischen Leistung am Ende verloren. Nach langer Anreise in die Nähe der Hauptstadt und einem über weite Strecken offenen Spiel musste sich die Mannschaft von Trainer Robin Singh dem ambitionierten Gastgeber letztlich mit 74:63 (15:21 • 17:12 • 24:18 • 18:12) geschlagen geben. Das Ergebnis fällt dabei etwas deutlicher aus, als es der Spielverlauf lange Zeit vermuten ließ.
Die Partie begann zunächst zäh. In den ersten beiden Minuten gelang keinem Team ein erfolgreicher Abschluss, beide Mannschaften tasteten sich defensiv ab. Herten hatte anfangs noch Schwierigkeiten, offensiv in den Rhythmus zu kommen, fand aber zunehmend besseren Zugriff auf das Spiel. Nach rund fünf Minuten musste Dario Fiorentino jedoch bereits mit seinem zweiten Foul auf die Bank, eine weitere Schwächung für das Löwenrudel. Davon ließen sich die Gäste aber nicht beeindrucken. Mit aggressiver Defense, vielen Ballgewinnen und einer guten Trefferquote von jenseits der Dreierlinie setzten sich die Löwen erstmals ab. Nach sieben Minuten stand eine 8:16-Führung für das Löwenrudel auf der Anzeigetafel. Bernau tat sich offensiv schwer, insbesondere aus der Distanz wollten die Würfe nicht fallen. Erst 2,5 Sekunden vor Viertelende verkürzten die Gastgeber mit einem erfolgreichen Dreier noch einmal auf 15:21.
Auch im zweiten Viertel blieb Fiorentino zunächst auf der Bank, doch die Löwen fingen den Ausfall im Kollektiv gut auf. Der Vorsprung pendelte sich über weite Strecken bei sechs Punkten ein. Beide Teams schenkten sich defensiv nichts, einfache Punkte waren weiterhin Mangelware. Im weiteren Verlauf erhöhte Bernau den Druck. Auf Hertener Seite sammelten nun auch David Ewald und Christian Hinckson früh ihre zweiten Fouls. Dennoch verteidigten die Löwen weiter mit hoher Intensität – nach 17 Spielminuten standen für Bernau erst 21 Punkte zu Buche. Zum Ende der ersten Halbzeit fanden die Gastgeber jedoch besser ins Spiel und verkürzten 30 Sekunden vor der Pause auf 32:33. Mit diesem knappen Spielstand ging es in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel starteten beide Teams mit schnellen Punkten. Nach einer Minute glich Bernau zum 35:35 aus und übernahm kurz darauf erstmals seit Spielbeginn wieder die Führung. Die Gastgeber kamen jetzt besser in ihren Rhythmus, legten einen Lauf hin und setzten sich nach zweieinhalb Minuten auf 41:35 ab. Bernau agierte indessen wacher, verteidigte aggressiver und drückte den Löwen ihr schnelles Spiel auf. Einige Ballverluste auf Hertener Seite spielten den Gastgebern dieser Phase in die Hände. Nach fünf Minuten betrug der Rückstand bereits neun Punkte (51:42).
Die Löwen nahmen den Kampf jedoch an, stabilisierten sich defensiv und hielten den Abstand zunächst konstant. Zum Ende des Viertels fanden die Gäste wieder besser in ihren Rhythmus und verkürzten den Rückstand konsequent. Mit einem 56:51 ging es in die letzte Viertelpause – die Partie war wieder völlig offen.
Im Schlussabschnitt entwickelte sich erneut ein ausgeglichenes Spiel. Beide Mannschaften verteidigten mit hoher Intensität, die Punkte waren hart umkämpft. Herten versuchte, dem Spiel wieder seinen Stempel aufzudrücken, doch Bernau hielt konsequent dagegen. Ein Indiz für die hohe Intensität in der Defense waren die wenigen Punkte in den ersten 5 Minuten des letzten Viertels – das Spiel war beim Stand von 63:58 komplett offen.
Mehrere Ballverluste der Löwen nutzten die Gastgeber anschließend jedoch eiskalt aus und erhöhten langsam den Vorsprung. In der Folge spielte Bernau die Partie routiniert herunter und ließ keine echte Aufholjagd mehr zu. Am Ende stand ein 74:63-Erfolg für die Gastgeber.
Die Hertener Löwen lieferten über weite Strecken ein starkes Auswärtsspiel, mussten sich am Ende jedoch einem tief besetzten und variabel auftretenden Bernauer Team verdient geschlagen geben. Ausschlaggebend waren am Ende Kleinigkeiten sowie die bessere Trefferquote der Gastgeber von jenseits der Dreierlinie. Zudem machten sich zum Ende des Spiels das Fehlen von „Big Man“ Tarik Jakupovic sowie Topscorer Bryant Allen bemerkbar.
Trainer Robin Singh zeigte sich nach der Partie trotz der Niederlage stolz auf die Leistung seines Teams: „Ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem, was meine Jungs heute auf dem Feld gezeigt haben. Wir haben hier über weite Strecken ein Spiel auf sehr hohem Niveau abgeliefert und Bernau alles abverlangt. In der Schlussphase ist uns dann ein wenig die Kraft ausgegangen.
Man hat aber auch gesehen, wie tief und qualitativ stark die Bernauer besetzt sind, und am Ende haben sie verdient gewonnen. Trotzdem überwiegt für mich der positive Eindruck. Wir haben eines der besten Offensivteams der Liga in dessen eigener Halle bei nur 74 Punkten gehalten. Das spricht wieder einmal für die defensive Qualität von uns.“
Wer die Partie nicht live verfolgen konnte, hat wie gewohnt die Möglichkeit, das Spiel auf SportEurope.TV noch einmal anzuschauen.