Die Hertener Löwen haben am gestrigen Freitag einen wichtigen Schritt in der Tabelle gemacht. Am Knappschaft-Kliniken-Spieltag setzte sich das Team von Trainer Robin Singh trotz personeller Sorgen deutlich mit 87:65 (23:18 • 24:13 • 23:13 • 17:21) gegen die Dragons Rhöndorf durch und kletterte – zumindest über Nacht – auf den vierten Tabellenplatz. Mit dem zehnten Saisonsieg bestätigten die Löwen einmal mehr ihre starke Saison.
Ohne die verletzten Manuel Bojang, Tarik Jakupovic und Topscorer Bryant Allen, dafür aber erstmals mit Neuzugang Kelvin Okundaye, zeigte das Löwenrudel eine reife und konzentrierte Vorstellung vor heimischem Publikum.
Die Gastgeber starteten fokussiert in die Partie und überzeugten früh mit aufmerksamer Defense. Offensiv wollten die Dreipunkte-Würfe zunächst jedoch nicht fallen, was Rhöndorf nutzte, um nach vier Minuten mit 6:9 in Führung zu gehen. Die Löwen taten sich in dieser Phase schwer, hielten das Spiel aber offen. Beim Stand von 12:12 nach sieben Minuten zog Herten erstmals das Tempo an. Zwei schnelle Distanzwürfe von Kelvin Okundaye sorgten für einen kleinen Zwischenspurt. Trotz unnötiger Ballverluste in der Schlussphase des Viertels gingen die Löwen mit einer 23:18-Führung in die erste Pause.
Im zweiten Abschnitt schlichen sich zunächst einige Unkonzentriertheiten ein, wodurch die Gäste noch einmal auf einen Punkt herankamen. Das Spiel wurde nun deutlich schneller und punktereicher. Ab Mitte des Viertels übernahmen die Hertener jedoch wieder klar die Kontrolle. Mit wachsender Intensität in der Verteidigung und besseren Entscheidungen im Angriff bauten sie den Vorsprung erstmals deutlicher aus. Mit einem beeindruckenden 13:0-Lauf zogen die Löwen bis zur Halbzeitpause auf 47:31 davon.
Nach dem Seitenwechsel knüpften die Gastgeber nahtlos an ihre Leistung an. Hoch konzentriert kontrollierte die Löwen jetzt das Geschehen. Bereits nach gut viereinhalb Minuten betrug der Vorsprung erstmals 20 Punkte. Vor allem defensiv setzten die Löwen klare Akzente, ließen kaum einfache Abschlüsse zu und fanden offensiv immer wieder den Weg in die Zone. Die Dragons sammelten dabei Fouls, während Herten ruhig und konsequent blieb. Mit einer souveränen 70:44-Führung ging es in den Schlussabschnitt.
Zu Beginn des vierten Viertels erlaubten sich die Löwen einige Nachlässigkeiten, wodurch der Vorsprung kurzzeitig auf 23 Punkte schmolz. Eine Auszeit von Trainer Singh brachte jedoch schnell wieder Ordnung ins Spiel. Danach präsentierten sich die Gastgeber erneut konzentriert, erhöhten zwischenzeitlich auf 31 Punkte und hatten die Partie endgültig unter Kontrolle. Im Schlussabschnitt nutzte der Hertener Trainer die Gelegenheit, allen Spielern reichlich Einsatzzeit zu geben. Am Ende stand ein auch in dieser Höhe verdienter 87:65-Heimsieg.
Die Hertener Löwen überzeugten mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und einem gut aufgelegten Neuzugang. Kelvin Okundaye schlug bei seinem Debüt direkt ein und setzte immer wieder wichtige Akzente. Dazu präsentierte sich David Ewald in bestechender Form und glänzte mit 18 Punkten bei einer extrem starken Trefferquote von 80 Prozent sowie 6 Rebounds, 5 Assists und 3 Steals.
Den entscheidenden Schlüssel, um in der zweiten Halbzeit endgültig den Deckel auf die Partie zu machen, lieferten jedoch einige defensive Anpassungen. Müslim Özmeral nahm Rhöndorfs Scharfschützen Jorge Mejias Sanchez weitgehend aus dem Spiel, während Dario Fiorentino mit einer famosen Defensivleistung für Stabilität und Ordnung unter den Körben sorgte.
Trainer Robin Singh zeigte sich nach der Partie hochzufrieden: „Großes Kompliment an Rhöndorf. Was sie mit dieser jungen Mannschaft leisten, verdient absoluten Respekt. Aber auch ein Riesenkompliment an mein Team. Das war eine tolle Teamleistung, mit gutem Entscheidungsverhalten und sehr guter Defense. In dieser schwierigen Situation so eine Reaktion zu zeigen, zeugt vom starken Charakter der Mannschaft.“
Zum Ausfall von Bryant Allen ergänzte Singh: „Wir geben ihm die Zeit, die er zur Genesung braucht. Er wird sicher noch einige Wochen fehlen, aber das Team wird alles geben, um seinen Ausfall bestmöglich zu kompensieren.“
Wer die Partie nicht live verfolgen konnte, hat wie gewohnt die Möglichkeit, das Spiel auf SportEurope.TV noch einmal anzuschauen.
Wie üblich haben unsere Fotografen ein paar Spielszenen eingefangen…
Fotos: Karl-Heinz Beschmann, Stefan Jurgeleit, Klaus Preußer – Löwen-Media-Team