Die Hertener Löwen mussten sich am Samstagabend bei den TKS 49ers aus Stahnsdorf mit 78:64 (13:19 • 21:15 • 19:14 • 25:16) geschlagen geben. In einem lange Zeit engen Auswärtsspiel machte sich im letzten Viertel die stark dezimierte Rotation der Löwen bemerkbar. Trotz großem Kampf und engagierter Leistung konnte das Team von Headcoach Robin Singh die Niederlage am Ende nicht verhindern.
Die Vorzeichen für die Löwen hätten kaum ungünstiger sein können. Nach der langen Anreise inklusive Übernachtung musste das Löwenrudel gleich auf mehrere Leistungsträger verzichten. Neben den langzeitverletzten Tarik Jakupovic und Manuel Bojang fehlte auch Bryant Allen. Zu Beginn der Woche erreichte die Löwen die Hiobsbotschaft, dass auch Bryant ausfallen wird. Er klagte nach dem letzten Heimspiel über Fußschmerzen. Die Untersuchung ergab eine Verletzung der Fußsohle. Nach Einschätzung der Ärzte wird Bryant den Löwen für mehrere Wochen nicht zur Verfügung stehen. Eine erneute Untersuchung in den kommenden Tagen soll Aufschluss über den bisherigen Heilungsverlauf und die genauere Ausfallzeit geben.
Aufgrund der kritischen Personalsituation waren die Löwen gezwungen, im Laufe der Woche nochmals aktiv zu werden und den Markt hinsichtlich möglicher, kurzfristiger Verstärkungen zu sondieren. Die Verantwortlichen befinden sich bereits in fortgeschrittenen Gesprächen mit einem Spieler und hoffen, bereits im Laufe der kommenden Woche Vollzug vermelden zu können.
Trotz der schwierigen Personalsituation erwischten die Gäste den besseren Start. Mit aggressiver Defense erzwangen die Löwen direkt zu Beginn zwei Ballgewinne und führten nach zwei Minuten schnell mit 0:6. In der Folge wurde das Spiel etwas zerfahrener, Stahnsdorf fand besser in die Partie und verkürzte nach fünf Minuten auf 6:9. Im weiteren Verlauf wechselte Coach Singh frühzeitig durch und versuchte so, die Belastung für seinen stark verkleinerten Kader bestmöglich zu steuern. Kurz vor Ende des ersten Viertels setzte sich Herten dann erneut ab (11:19, 9. Minute), doch mit der Schlusssirene verkürzten die Gastgeber noch auf 13:19.
Im zweiten Viertel kamen die 49ers deutlich besser ins Spiel. Nach drei Minuten betrug der Rückstand nur noch zwei Punkte (19:21), wenig später übernahm Stahnsdorf erstmals die Führung. Eine aggressive Zonenverteidigung bereitete den Löwen nun zunehmend Probleme, vor allem aus der Distanz wollte es nicht laufen – alle fünf Dreierversuche im zweiten Viertel verfehlten ihr Ziel. Das Spiel blieb dennoch eng, die Führung wechselte indessen regelmäßig. Nach fünfeinhalb Minuten erspielten sich die Gastgeber erstmals einen kleinen Vorsprung von vier Punkten (27:23). Doch die Löwen kämpften sich erneut heran und lagen kurz vor der Pause wieder knapp vorne (31:32, 19. Minute). Doch ein Buzzer-Beater von Center Leonard Hampl sorgte für den 34:34-Halbzeitstand.
Auch im dritten Viertel blieb die Partie ausgeglichen. Herten konnte sich zwischenzeitlich leicht absetzen, doch Stahnsdorf hielt mit weiterhin aggressiver Defense dagegen. Nach fünf Minuten stand es 43:45, zahlreiche Ballverluste auf beiden Seiten verhinderten einen klaren Rhythmus. Insgesamt blieb das Spiel hart umkämpft, beide Teams verteidigten intensiv. In dieser Phase sammelten die Löwen jedoch viele Fouls, was Stahnsdorf zum Ende des Viertels nutzte, um den Vorsprung auf 53:48 auszubauen.
Im Schlussabschnitt erhöhten die TKS 49ers nochmals den Druck. Die Löwen taten sich nun zunehmend schwer, während Stahnsdorf wacher und präsenter wirkte. Nach zwei Minuten im vierten Viertel betrug der Rückstand erstmals neun Punkte (57:48). Mit einer Auszeit versuchten die Löwen entgegenzuwirken und kämpften sich noch einmal etwas heran, doch die kleine Rotation kostete jetzt zunehmend Energie und forderte ihren Tribut. Stahnsdorf baute den Vorsprung danach kontinuierlich weiter aus und brachte den Sieg (78:64) schließlich souverän nach Hause.
Drei Ausfälle am heutigen Spieltag waren einfach zu viel für die Löwen. Dennoch ließen sie alles auf dem Feld und kämpften bravourös, mussten sich den TKS 49ers am Ende aber verdient geschlagen geben. Trotzdem wäre auch an diesem Abend mehr möglich gewesen. Doch zu viele Turnover und eine schwache Defense in der zweiten Hälfte ließen nicht mehr zu. Der direkte Verglich geht dennoch an die Löwen. Das Hinspiel wurde deutlich mit 71:51 gewonnen. Jetzt gilt es, nach vorne zu schauen und schnell zu regenerieren. Das nächste Heimspiel ist schon am kommenden Freitag.
Trainer Robin Singh brachte es nach dem Spiel auf dem Punkt und war trotz der Ausfälle enttäuscht: „Es war eine schwache Leistung und ein gebrauchter Tag für uns. Die Ausfälle haben wehgetan und konnten von uns nicht kompensiert werden. Hinzu kam aber auch, dass wir in vielen Situationen nicht zu 100 % auf der Höhe waren. 20 Ballverluste sprechen hier eine deutliche Sprache und 44 zugelassene Punkte in der zweiten Halbzeit sind einfach zu viel. Auch in dieser Konstellation war deutlich mehr drin und wir haben uns auch entsprechend mehr vorgenommen. Am Ende haben wir – auch in dieser Höhe – verdient verloren.“
Wer das Spiel nicht live verfolgen konnte, hat jetzt wieder die Möglichkeit, es auf SportEurope.TV anzuschauen.