Die Hertener Löwen haben am Samstagabend beim Auswärtsspiel in Iserlohn eine bittere und unnötige 72:63-Niederlage (22:12 • 22:16 • 14:12 • 14:23) hinnehmen müssen. Gegen die Kangaroos fehlte dem Team über weite Strecken die nötige Intensität, Aggressivität und Entschlossenheit. Erst im Schlussviertel zeigte das Löwenrudel sein gewohntes Gesicht – doch das starke Aufbäumen kam zu spät.
Die Partie begann ausgeglichen, nach knapp vier Minuten hieß es 4:4. Doch ab da übernahmen die Gastgeber die Kontrolle. Die Sauerländer agierten körperlicher und wacher, während die Löwen zunehmend zögerlich wirkten. Iserlohn nutzte die Hertener Fehler konsequent aus und sicherte sich eine 22:12-Führung nach dem ersten Abschnitt.
Auch der Start in den zweiten Durchgang gehörte klar den Gastgebern. Die Kangaroos blieben aggressiver und dominierten die Rebounds. Die Löwen fanden offensiv keinerlei Rhythmus und trafen nur schwach aus dem Feld. Mit 23:12 Rebounds zur Halbzeit und einer insgesamt enttäuschenden Wurfquote gerieten die Hertener weiter ins Hintertreffen. Zur Pause lagen die Löwen verdient mit 28:44 zurück.
Nach dem Seitenwechsel versuchte das Löwenrudel, die Intensität zu erhöhen. Doch immer, wenn sich die Gäste ein kurzes Momentum erarbeiteten, fand Iserlohn die passende Antwort. Ein zwischenzeitliches Herankommen wurde durch eine Auszeit der Kangaroos sofort erstickt. Mit 58:40 für die Gastgeber ging es in den Schlussabschnitt.
Eine Minute später war das Spiel beim Stand von 63:42 praktisch vorentschieden. Doch nun zeigten die Löwen endlich die Energie, die zuvor so schmerzlich gefehlt hatte. Herten verteidigte aggressiver, suchte den Korb entschlossener und verkürzte Punkt um Punkt. Nach 7 Minuten stand es plötzlich nur noch 69:57. Die Gäste waren jetzt das klar bessere Team und kamen eine Minute vor Schluss sogar bis auf sechs Zähler heran. Doch das späte Aufbäumen reichte nicht mehr – Iserlohn brachte die Partie über die Zeit und siegte mit 72:63.
Die Niederlage war verdient, aber sehr unnötig. Die Mannschaft nahm den Kampf der Gastgeber zu spät an und spielte wie mit angezogener Handbremse. Positiv bleibt jedoch, dass das Team trotz des großen Rückstands Moral bewies und das Spiel im Schlussviertel noch einmal spannend machte.
Trainer Robin Singh zeigte sich nach dem Spiel sehr enttäuscht über das Auftreten seiner Mannschaft:
„Diese Niederlage ist extrem enttäuschend, weil sie vollkommen unnötig war. Wir wussten genau, was uns in Iserlohn erwartet, ein physisches, aggressiv spielendes Team, das um jeden Ball kämpft. Trotzdem haben wir es über 30 Minuten nicht geschafft, die Intensität zu matchen. Wir waren viel zu lässig und haben uns phasenweise komplett den Schneid abkaufen lassen. Hinzu kam, dass wir auch taktisch nichts von dem umgesetzt haben, was wir unter der Woche besprochen und uns vorgenommen hatten.
Das ist weder das, wofür wir stehen, noch was uns bisher in dieser Saison ausgezeichnet hat. Offensichtlich hat uns die spielfreie Zeit nicht gutgetan. Wir müssen nun schnell den Hebel wieder umlegen, sonst werden wir auf diesem Level massive Probleme bekommen.“